Trianel schreibt erstmals rote Zahlen

Wenig „Freude“ hat die Trianel GmbH im letzten Jahr gehabt, wie jetzt auf der Jahrespressekonferenz des Unternehmens deutlich wurde. Zum ersten Mal in der nunmehr 18-jährigen Firmengeschichte hat die Gesellschaft rote Zahlen geschrieben. Bei einem Umsatz von rund 2,1 Mrd. Euro lag das Ergebnis mit 4,1 Mio. Euro im Minus. Als Grund für diese Entwicklung nannte Trianel-Chef Sven Becker gegenüber dem Energieverdichter vor allem die konventionelle Stromerzeugung. Hier hätten Preise rund 25 Prozent höher liegen müssen, um eine auskömmliche Marge zu erreichen. Vorrangig im Kohlekraftwerk in Lünen sei ein Verlust von rund 10 Mio. Euro eingefahren worden, der durch die übrigen Geschäftsaktivitäten nicht kompensiert werden konnte. Der Bereich Handel und Beschaffung habe sich dabei noch am besten entwickelt, sei aber trotz gestiegener Umsätze bei einem bis zu 20-prozentigen Preis- und Margenverfall ertragsseitig leicht rückläufig gewesen.

Restrukturierung

Vor diesem Hintergrund hat Trianel umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen gestartet. Konkret handelt es dabei um Personalanpassungen und Prozessoptimierungen, mit denen rund 7,5 Mio. Euro eingespart werden sollen. Jedes Geschäftsfeld werde genau analysiert, um in Zukunft höhere Deckungsbeiträge zu erzielen. Außerdem will die Stadtwerke-Gesellschaft ein Mengenwachstum und eine Erhöhung der Marktanteile im Energiehandel erzielen sowie Dienstleistungen ausbauen –  unter anderem in den Geschäftsfeldern Smart Metering, Elektromobilität oder Energieeffizienz.

Zukunftsplanung

Weiteres Potenzial sieht das Unternehmen bei den Erneuerbaren Energien und will den dort eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen. Nachdem man bereits rund 2,3 Mrd. Euro in den Aufbau einer Erzeugungskapazität von 675 MW investiert habe, sei Anfang 2017 der Baubeschluss im Konsortium „Windpark Borkum West 2“ erfolgt. Konkurrenz aus branchenfremden Wirtschaftszweigen, die auf der Suche nach interessanten Anlagemöglichkeiten sind, fürchtet Trianel nicht. „Wir sind nicht an schlüsselfertigen Anlagen interessiert, sondern engagieren uns in der Projektentwicklung“, betonte Sven Becker. Für 2017 werde eine schwarze Null beziehungsweise ein leichtes Ergebnisplus angestrebt. Laut dem Unternehmen deute die Entwicklung der ersten sechs Monaten an, dass dieses Ziel auch erreicht werden könne.

6. Juli 2017|Aktuelles|0 Kommentare

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