Stromanbieter tarnt Preiserhöhung als Werbung, muss das sein? NEIN

Stellen Sie sich vor, Sie erhalten eine Briefsendung auf der ein TÜV-Siegel sowie eine Testsieger-Plakette prangen und auf der Sie in fetten Buchstaben zur Sicherung einer Preisgarantie aufgefordert werden. Ihre erste Idee: Werbung! Denken sicherlich viele und befördern die Post ungeöffnet in „die Ablage P“.  Ein Fehler, denn in der „Infopost“ befindet sich die Ankündigung einer Preiserhöhung. Da sind sie dann mehr als überrascht.

Der Online-Dienst Transatlantic Times berichtete Ende August über einen Stromanbieter, der eine Preiserhöhung in einem mehrseitigen Schreiben sehr geschickt versteckt hat. Mit den oben genannten Aussagen auf der Postsendung wurde eine Preiserhöhung mitgeteilt, die mal locker mehr als 10% ausmacht und für eine vierköpfige Familie Mehrkosten von € 120 im Jahr bedeutet.

Unlauter oder dumm?

Man fragt sich allen Ernstes, ist das nötig? Gibt es keine besseren Ideen für die Branche? Warum geht man nicht hin und schafft z. B. intelligente Bundle-Produkte mit einem attraktiven Vorteil für die Kunden? Und baut dann darin ganz transparent eine Preiserhöhung ein, die durch den spürbaren Mehrwert ausgeglichen oder deshalb, vielleicht sogar mit Verständnis, von den Vertragspartnern hingenommen wird. Und da gibt es sicherlich mehr als Assekuranz-Verträge zum Wiedereintritt in die eigene Wohnung nach einem Schlüsselverlust. Es soll Vordenker geben, die an Lösungen arbeiten, die eine unnötige Preiserhöhung nach einem kurzen Zeitraum und damit verbundene Querelen mit den Kunden von vornherein zu vermeiden und gleichzeitig attraktive Produkte mit vernünftigen Renditen entstehen lassen.

Lifestyle-Produkte

Wie wäre es beispielsweise mit Energieprodukten, die zum Lifestyle einer Bevölkerungsgruppe passen und in Verbindung mit einem Stromtarif eine spürbare Lebensverbesserung in der Zielgruppe schaffen. Mit denen man nicht immer nur den Vertriebserfolg am Ende des Jahres misst, sondern auch einmal PR-Wirkung erzielt, die auf das Image eines Unternehmens einzahlt, das am Puls der Zeit ist, echt innovativ, wirklich visionär?

Nur sehr langsam setzt sich bei Versorgern die Erkenntnis durch, dass Mainstream nicht alles ist und die Zukunft der intelligenten Vermarktung eines Commodity-Produkts auch in der gezielten und attraktiven Ansprache von Nischenzielgruppen liegen wird. Das ist nicht immer ganz einfach zu entwickeln und  benötigt vielleicht auch mal eine Beteiligung aus dem Marketingbudget. Aber es zahlt langfristig auf die Marke ein und verhindert negative und imageschädigende Presseberichte wie den obigen.

 

2. September 2016|Aktuelles|0 Kommentare

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