Was hat sich getan? Wie sieht es bei einflussreichen Versorgern aus?

Die von Jacqueline Althaller 2010 initiierte Studie zur Social-Media-Nutzung in B2B-Unternehmen hat zum 9. Mal die jährlichen Ergebnisse veröffentlicht. Wir haben dies zum Anlass genommen, den Energiemarkt einer kleinen Stichprobe zu unterziehen. Diesmal haben wir 13 Städte im Hinblick auf ihre Social-Media-Aktivitäten bezüglich ihrer Geschäftskunden unter die Lupe genommen. Aber zunächst einmal ein kurzer Blick auf die Ergebnisse aus der Langzeitstudie.
Mittlerweile sind fast alle untersuchten B2B-Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf den sozialen Kanälen aktiv und das Interesse daran ist weiterhin auf dem Wachstumskurs. Laut der aktuellen Ergebnisse gut zu erkennen ist, dass insbesondere die Personalsuche über die Social-Media-Kanäle für die Unternehmen immer wichtiger wird. Klar, es ist ja auch eine vergleichsweise preisgünstige (und gegebenenfalls zielgenauere) Variante der Mitarbeiterrekrutierung und das gilt sicherlich nicht nur für das B2B-Segment.

Big Five – weiter vorn, TikTok ohne Bedeutung

Bei der Wahl der Plattformen für die kommunikativen Maßnahmen stellte man in der aktuellen Untersuchung leichte Veränderungen im Ranking fest. LinkedIn gewinnt an Bedeutung und steigt auf, Facebook ist bereits zum zweiten Mal hintereinander der Verlierer. Eine spannende Entwicklung, die es weiter zu beobachten gilt. Der deutsche Personal-Verschieber-Kanal XING wie auch das als Fake-Nachrichten-Transporteur verrufene Twitter stagnieren genauso wie YouTube. Instagram als anerkannter Ich-Darsteller-Kanal der Selfie-Enthusiasten wird von den Unternehmen im B2B-Feld verständlicherweise kaum berücksichtigt. Wobei man dies für die Zukunft anders sieht. Dort wollen die befragten Unternehmen demnächst auch mal Neues wagen. Vimeo, Snapchat und TikTok spielen in den Augen der Befragten hingegen auch in nächster Zukunft noch keine Rolle.
Das wichtigste Motiv für die gewählten Social-Media-Aktivitäten bleibt die Erreichung der Bestands- und Neukunden. Marketing und Kommunikation dienen immer noch weniger dem Imageaufbau, die sozialen Kanäle dienen in erster Linie dem Ziel zu verkaufen. Twitter bleibt weiterhin das Tool zur Ansprache von Medien und Meinungsmachern.

Wie sieht es bei Versorgern aus?

Wir haben einen Blick auf die Versorger in Nürnberg, Hannover, Dresden, Mannheim, München, Düsseldorf, Oldenburg, Dortmund, Leipzig, Köln, Osnabrück und Münster geworfen und bei den Social-Media-Aktivitäten doch schon einige Unterschiede feststellen können.

Alle sind, auch und gerade mit Augenmerk auf den B2B-Bereich, bei Facebook aktiv und bespielen hinsichtlich dieser Zielgruppe auch den Twitter-Kanal, nur Dresden und Osnabrück machen hier eine Ausnahme und sind bei Twitter nicht aktiv. Den gerade für die Personalsuche spannenden Auftritt bei XING pflegen hingegen nur die Verantwortlichen in Mannheim, Köln, Osnabrück, Dortmund und Hannover. Woran dies liegen mag (Geld, Personal, Interesse oder bereits gemachte Erfahrung), haben wir ob der knappen Zeit nicht erfragt, aber die kurzen Drähte in der Branche helfen hinsichtlich solcher Fragen sicherlich schnell weiter. Einen Blog als weiteres spannendes Medium auf dem Weg zu kommenden Mitarbeitenden betreiben nur die Stadtwerker in Münster, Osnabrück und Leipzig. Eigentlich schade, denn gerade mittels dieses Mediums kann man sowohl Thesen als auch Meinung zur Kontaktaufnahme mit der Zielgruppe gut einsetzen.

Für die Ansprache der Privatkunden wird neben den bereits genannten Kanälen auch YouTube von fast allen Versorgern genutzt. Hier springen nur Mannheim und Dortmund aus der Reihe und legen auf diesen Kanal keinen Wert. Instagram wird von den kommunalen Energielieferanten in Bremen, Münster, Oldenburg, München. Düsseldorf, Köln und Mannheim eingesetzt, hier allerdings in erster Linie zur Bespielung der Privatkundengruppe.

Hochinteressant ist der Verzicht auf jegliche Social-Media-Aktivitäten in Nürnberg. Ein überraschendes Ergebnis, das wir so nicht erwartet haben.

Mehr zur Althaller-Studie findet sich hier: http://s.energieverdichter.de/b2bstudie2019

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