310.000 Haushalten wurde laut Bundesnetzagentur allein in 2011 der Strom gesperrt. Das sind für eine Industrienation wie Deutschland durchaus alarmierende Zahlen. Kein Wunder, dass der Begriff „Energiearmut“ auch hierzulande immer öfter zu hören ist. Positiv ist, dass es bereits „Aktivisten“ gegen Energiearmut gibt.

Das Projekt „NRW bekämpft Energiearmut“ startete im Oktober 2012 und läuft noch bis 2015. In Kooperation mit den Stadtwerken schnürt die Verbraucherzentrale NRW ein nachhaltiges Lösungspaket, das Verbrauchern langfristig mit wirtschaftlicher und rechtlicher Beratung helfen soll. Für das Projekt stehen rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Stadtwerke in den folgenden acht Modellkommunen beteiligen sich an den Kosten: Aachen, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Köln, Krefeld, Mönchengladbach, Wuppertal.

Im Oktober 2013 zog die Verbraucherzentrale ein erstes Fazit. Für knapp 700 Ratsuchende war die Budget- und Rechtsberatung bei Energiearmut inzwischen Anlaufstelle. Bei 130 war der Strom bereits gesperrt, in 226 Haushalten drohte das Aus der Versorgung. Durch ihren Einsatz konnten die Verbraucherschützer in 57 Prozent der Fälle eine schnelle Aufhebung der Stromsperren erreichen, in fast 80 Prozent der Beratungsfälle konnten sie drohende Sperrungen verhindern.

Wir finden das Projekt hervorragend und fragen uns, haben die acht Energieversorger die Initiative auch für ihre Unternehmenskommunikation und Werbung genutzt? Gefunden haben wir lediglich den Einsatz des Aktions-Plakates „Stromschulden? Das muss doch nicht sein!“, so beispielsweise bei den Stadtwerken Krefeld http://s.energieverdichter.de/stromschuldkrefeld

Und frei nach der Devise – „Tue Gutes und rede darüber“ – berichteten einige Stadtwerke im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit über ihren Einsatz gegen Energiearmut. Einzig – so auffindbar – haben  die Stadtwerke Bielefeld über das Modellvorhaben auch in ihrer Kundenzeitschrift geschrieben und das Aktions-Plakat genutzt http://s.energieverdichter.de/prbielefeld

Optimaler Kommunikationsnutzen sieht anders aus: Die Pflicht wurde erfüllt mit Pressearbeit, Pressefotos und Einsatz des Aktions-Plakates. Was wir vermissen ist die Kür: Ein Post auf Facebook, eine Twitter Meldung oder ein Youtube-Video haben wir nicht gefunden. Da geht noch mehr!