Eigene Unsicherheit oder Vorgaukeln von Mitbestimmung?

Die RhönEnergie Fulda-Gruppe will ihre Kunden künftig noch stärker in die Entscheidungen des Unternehmens einbinden. Dazu gründet die Gruppe unter dem Titel „Initiative K“ einen neuen Kundenbeirat. Gesucht werden Energie- und Wasser-Nutzer, die die Produkte und Serviceleistungen des Versorgers im Sinne aller Kunden besser machen und ihre eigenen Vorstellungen und Ideen einbringen möchten.

„Mit dem neuen Gremium wollen wir unsere Kunden aktiv in die Weiterentwicklung unserer Produkte, Services und Dienstleistungen einbeziehen. So können wir noch stärker auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen und unser Angebot in ihrem Sinne kontinuierlich verbessern“, erklärt der Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Fulda, Martin Heun. „Diese Verbesserungen kommen dann natürlich allen Kunden zugute.“

Der Beirat soll sich aus ausgewählten Energie- und Wasser-Kunden in den Netzgebieten der RhönEnergie Fulda und der RhönEnergie Osthessen zusammensetzen. Ziel der Gremiumszusammensetzung ist  ein breiter Querschnitt der Kundschaft – Männer, Frauen, Singles, Verheiratete, Junge und Ältere: „Unser Ziel ist es, möglichst viele Ideen und Wünsche direkt in das Unternehmen zu transportieren. Je unterschiedlicher die Zusammensetzung der Mitglieder des Kundenbeirats ist, desto mehr Ansätze und Perspektiven wird es geben“, ist sich Martin Heun sicher.

Was will man damit erreichen? Klar ist, Service und Dienstleistungen kann der Kunde sehr gut beurteilen. Aber glaubt man wirklich, die Kunden haben die besseren Ideen, wenn es darum geht sinnvolle Lösungen für z. B. neue Produkte oder einen strukturelle Veränderung des Angebots eines Versorgers zu entwickeln? Bei all den komplexen Bedingungen, die dabei zu beachten sind? Gewährt man in  einer solchen Runde wirklich Einblick in die komplizierten Tarifstrukturen? Warum überlässt man die Beurteilung der Verständlichkeit einer Abrechnung nicht einfach Kommunikationsfachleuten die neben der Tatsache, dass sie als Stromkunden ebenso  Rechnungen lesen müssen, auch das Know-how hinsichtlich der Kommunikationsgrundsätze mitbringen?

Wir unterstellen wohlwollend, dass man dieses Vorgehen in der Rubrik Kundenbindung angesiedelt hat und sich darüber hinaus von einer anderen Seite ins Gespräch bringen möchte.  Das ist allerdings nur so lange elegant und hilfreich, wie sich der Kunde am Ende auch wiederfindet, was allerdings zu schaffen sein sollte.

Schön wäre es, wenn man die angesprochenen inhaltlichen Themen-Beispiele wie Verständlichkeit der Abrechnung, den Aufbau der Vertragsunterlagen, die Tarif- und Serviceangebote oder der Homepage noch mit den Themen Servicebereitschaft im Kundendialog oder der Kundenzufriedenheit ergänzen würde. Dies sind Aspekte, die sowohl von Neu- wie Altkunden hervorragend gespiegelt werden können und bei denen ein ehrliches Feedback viel Potenzial zur Verbesserung mit sich bringt.

8. Juni 2016|Aktuelles|0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar