Word Gas Conference in Washington

Vielleicht lag es an der Entfernung, dass der Termin hierzulande auf vergleichsweise wenig mediale Resonanz stieß. Die Rede ist immerhin von der Welt Gas Conference, die in diesem Jahr vom 25. bis 27. Juni in Washington stattfand. Unter anderem wurde dort der Global Gas Report vorgestellt. Eine zentrale Aussage: In einer Situation, in der weltweit erhebliche Verschiebungen bei den einzelnen Energieträgern zu verzeichnen sind, wird Gas seine Bedeutung weiter ausbauen. Namhafte Untersuchungen würden herausstellen, dass Gas die Kohle bis 2035 als zweitwichtigste Energie überhole. Konkret soll der Anteil von Gas am weltweiten Energie-Mix bis dahin von heute 22 Prozent auf 24 Prozent steigen. Maßgeblichen Anteil daran habe der wachsende LNG-Markt, hieß es.

Eine andere interessante Aussage auf dem World Gas Kongress lautete: Mehr als 90 Prozent des Absatzwachstums geht bis 2040 auf die Versorgung großer Städte zurück. Eine Entwicklung, die dem Trend zu Mega-Cities entspricht und erhebliche Investitionen in den Ausbau der Versorgungsinfrastruktur erforderlich macht. In Washington wurde ein weltweites Volumen zwischen 35 und 55 Milliarden Dollar pro Jahr genannt.

Teilnehmer heben bessere CO2-Werte hervor

Auch wurde man auf dem mit rund 12.000 Teilnehmern weltweit größten Treffen der Gaswirtschaft nicht müde, auf die im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern deutlich günstigeren CO2-Werte hinzuweisen. In einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Energiesystem der Zukunft würden Gase und Gasinfrastrukturen eine zentrale Rolle spielen. Denn moderne Technologien ermöglichten erneuerbare Energien wie Wind- und Solarstrom umzuwandeln und in die Gasnetze zu integrieren. Als Kopplungselement habe Power-to-Gas in zahlreichen Demo-Projekten bereits ihr Potenzial als zentrale Energiewendetechnologie unter Beweis gestellt. Jetzt müsse die Umsetzung im größeren Maßstab erfolgen.

Totale Elektrifizierung des Lebens ist nicht sinnvoll

„Klare Kante“ gab es in Washington gegenüber der zunehmenden Elektrifizierung in unserem Leben. Eine einseitige Fokussierung auf eine „All-Electric-World“ führe in die systemische und finanzielle Sackgasse, so das einhellige Credo. Die Kombination aus Technologien und Energieträgern, in der auch Gas eine zentrale Rolle einnimmt, sei vielmehr geeignet, den Weg in eine emissionsarme Energieversorgung zu weisen, da sie auf bestehenden Strukturen aufbaue und auf gesellschaftliche Akzeptanz treffe. Die Gaswirtschaft dürfte die Botschaft wohl vernommen haben. Bleibt zu hoffen, dass sie auch in der Politik ankommt.

9. Juli 2018|Aktuelles|0 Kommentare

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