Wie kleine Unternehmen Großes für die Energiewende leisten

Energiewende heißt nicht nur, von fossilen zu regenerativen Energiequellen. Energiewende heißt auch: Energie sparen. Gerade Letzteres verringert Umsatz und Gewinn bei den großen Energieversorgern, aber auch bei den Stadtwerken. Umso verwunderlicher, dass die Energieversorger sich nicht zusätzliche Ertragsquellen sichern – denn Ideen rings um Energie gibt es genügend, zeigt der Check.

Es gibt tatsächlich auch wirtschaftliche Gewinner der Energiewende. Startup-Unternehmen mit kreativen Ideen zum Energiesparen und der Energieproduktion. Beispiele gefällig?

Wäsche waschen, wenn die Sonne scheint.

Das sagen die Gründer des Dresdner Startup Kiwigrid. Sie vernetzen alle Geräte in Wohnung, Haus oder Unternehmen über eine Software und koppeln diese zum Beispiel mit Solarpanelen. Immer wenn Sonnenstrom produziert wird, gehen zum Beispiel Akkuladegeräte, Waschmaschinen oder Wäschetrockner in Betrieb.

Wäsche waschen, wenn der Strom wenig kostet.

Wind- und Sonnenenergie lassen sich nicht 24 Stunden am Tag gleichmäßig produzieren. Umso wichtiger, dass sich der Verbrauch auch an die Produktion anpassen lässt – zum Beispiel durch flexible Strompreise. Wenn das in Deutschland tatsächlich im Zuge der Energiewende kommt, hat das US-Startup Tenrehte Technologies schon jetzt eine intelligente Lösung. Eine „Zwischensteckdose“ in der Größe einer Zigarettenschachtel, ermittelt den Energieverbrauch eines Gerätes und überträgt ihn an den PC. Dafür wird die Smart-Home-Box beispielsweise einfach zwischen die Waschmaschine und die Steckdose geklemmt. Ist der Strom zu einer bestimmten Tageszeit günstig, lässt sich die Maschine anschalten – auch von unterwegs natürlich.

Nochmal Wind und Sonne:

Wenn mit Wind und Sonne mehr produziert als verbraucht wird, braucht es effiziente Speicher. Gleich drei Projekte bieten Lösungen an. Das eine ist die Energiespeicherung in sogenannten Pumpwasserkraftwerken. Dazu wird 2013 mit dem Bau von Stromleitungen von Deutschland nach Norwegen begonnen. Das zweite ist der Bau einer Pilotanlage für die unterirdische Wasserstoffspeicherung durch den Chemiekonzern DOW in der Nähe von Hamburg. Das dritte und letzte Beispiel handelt wieder von einem Startup. Solarfuel treibt zusammen mit Audi den Bau einer Anlage voran, die grüne Energie in Methan umwandelt. Dieses Gas kann Autos antreiben, Häuser heizen oder eine Turbine zur Stromgewinnung antreiben.

Kooperationen, die wir uns wünschen.

Längst ist das Thema „gute Ideen und intelligente Startups“ nicht erschöpft. Allerdings zeigt sich schon an diesen wenigen Beispielen, wie auch und insbesondere Stadtwerke von der Energiewende profitieren können: Gezielte Kooperation mit Startups eingehen, neue Angebote definieren und doppelt gewinnen. Denn mehr denn je gilt auf dem Energiemarkt: Nicht die Größe entscheidet im Wettbewerb, sondern Flexibilität, Kreativität und Schnelligkeit.

 Quelle:

http://green.wiwo.de/

25. Januar 2013|Aktuelles|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Wasi 27. Mai 2013 um 19:09 Uhr - Antworten

    Schöner Artikel.
    Es ist erstaunlich, wie das Thema Energieeffizienz in den letzten Jahren in Deutschland gewachsen ist. Es gibt kaum noch ein Unternehmen, das sich nicht mit diesem Thema auseinandersetzt. Durchschnittlich 50.000 Euro haben die Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren für Energieeffizienz-Maßnahmen ausgegeben. Das sind 20.000 Euro mehr als 2011. Zwei Drittel der Unternehmen wollen zudem weitere Maßnahmen realisieren und planen zusätzliche Investitionen in Energieeffizienz. (Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/finanzierung/foerdermittel-fuer-energieeffizienz-das-muessen-unternehmen-wissen/ )
    Angetrieben wird dieser Megatrend zum größten Teil durch Fördermittel vom Staat. Aber auch von den Unternehmen selbst. Denn Energieeffizienz ist nicht nur gut für die Energiewende, sondern ermöglicht auch ein wirtschaftlicheres Arbeiten.

    Gruß,
    W.

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