Stehen Chancen für Gas besser denn je? Aktuelles von der gat in Essen

Vom 26. bis 28. Oktober traf sich die deutsche Gaswirtschaft auf der gat in Essen, um künftige Herausforderungen zu diskutieren. Die wichtigste Botschaft zuerst: Die Chancen für den Energieträger Gas im Energiesystem der Zukunft stehen besser denn je. Dies unterstrich auch Michael Riechel, Vizepräsident des DVGW und Vorstandsvorsitzender der Münchner Thüga AG, auf der Veranstaltung. Als Grund führte er an, dass die starke Förderung einzelner Erzeugungstechnologien und der massive Stromnetzausbau nicht die gewünschte Wirkung gezeigt hätten. Wenn die Energiewende gelingen soll, müssten die spezifischen Vorteile von Gas wie Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Versorgungssicherheit noch stärker kommuniziert werden.

Internationale Meinungen

Die internationalen Perspektiven des Energieträgers beschrieben Vertreter aus den USA, Australien, Norwegen und Deutschland auf dem Kongress. Dabei waren sie sich weitgehend einig, dass Gas noch erhebliches Potenzial besitzt und längerfristig benötigt wird. So berichtete David Caroll von der International Gas Union (IGU) über die Gasförderung in den USA. Als größter Produzent von Schiefergas wolle das Land im kommenden Jahr den Export von Flüssiggas (LNG) vorantreiben und dazu bestehende Importterminals in Exportanlagen umwandeln.

Ein ähnliches Bild zeichnete Barbara Jinks von der australischen Organisation LNG 18. Nach ihren Worten werde „Down under“ 2016 der weltgrößte Exporteur von Flüssiggas, das vorrangig in den asiatischen Raum fließe. Trotzdem dürfte auch Europa von dieser Entwicklung profitieren, da international mehr Gas gehandelt wird, was die Diversifikation beim Bezug erhöht und den Wettbewerb stärkt. Rannveig Sofie Stangeland von der norwegischen Statoil beschrieb die Gasproduktion in ihrem Land als Rückgrat der europäischen Versorgungssicherheit. Immerhin gingen 99 Prozent des Fördervolumens in den Export. Allerdings wünschte sie sich ein stärkeres Bekenntnis der Politik zur Rolle von Gas bei der Energiewende. Das sei ganz entscheidend für die Planungssicherheit der Unternehmen und die Bereitstellung von Investitionen.

Einschätzung E.ON

Christopher Delbrück von E.ON Global Commodities kritisierte, dass das Zieldreieck aus Versorgungssicherheit, Ökologie und Wirtschaftlichkeit in einer EU mit 27 unterschiedlichen politischen Strategien nicht funktioniere. Notwendig sei ein einheitlicher marktbasierter Steuerungsmechanismus, um die Bedeutung von Gas im Energie-Mix zu erhöhen.

Wir stellen fest, es ist viel Bewegung im Gasmarkt und gerade für den Vertrieb zeichnet sich durch ein vermehrtes Gasangebot auf dem Weltmarkt die Chance auf interessante Preise ab. Das wiederum bietet Chancen, mit spannenden Paketen das Produkt Gas intensiver zu vermarkten. Eine Forderung, die auch im Umfeld der gat immer wieder zu hören ist.

28. Oktober 2015|Aktuelles|0 Kommentare

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