Sind den Verbrauchern die staatlichen Strom-Abgaben bekannt?

Die Stadtwerke Flensburg beauftragen das Marktforschungsinstitut Innofact AG in Düsseldorf regelmäßig mit Untersuchungen zu Fragen rund um „Strom“ und „Energie“. Diesmal wurden 1.200 Personen in einer repräsentativen Umfrage angesprochen. Heraus kamen interessante Ergebnisse, die Energie-Verbände aufhorchen lassen sollten, denn vielleicht schlummert hier ein Potential zum besseren Verständnis der Energiepreise beim Verbraucher.

Fast 85 % der Befragten Bürgerinnen und Bürger geben in der Umfrage an, den Anteil der staatlichen Abgaben, Umlagen und Steuern an ihrem Strompreis nicht zu kennen. Bei Frauen und jüngeren Befragten soll dieser Wert sogar bei 90 % gelegen haben. Gut 15 % der Umfrageteilnehmer, sagten aus, die Höhe zu kennen, davon schätzten jedoch wiederum 74 %, dass der Anteil maximal die Hälfte des Strompreises ausmacht. Der staatliche Strompreisanteil inklusive der staatlich regulierten Entgelte liegt jedoch aktuell bei über 50 %. Bei Verbrauchern scheine es noch nicht angekommen zu sein, dass der staatliche Prozentsatz den Hauptteil des Strompreises ausmacht, so die Stadtwerke Flensburg.

Potenzial für Verbände

Wir meinen, hier steckt Potenzial für die Öffentlichkeitsarbeit der Verbände, denn warum sollte die Zusammensetzung des Preises den Bürgern beim Benzin besser bekannt sein als beim Strom. Beim ersteren ist den allermeisten Tankenden klar, dass der Fiskus bei € 1,50/l mit knapp 90 Cent oder ca. 59 % weit mehr als die Hälfte des Preises an diversen Steuern einstreicht. Da sollte doch den Strombeziehern auch deutlich gemacht werden können, dass es beim Strom mittlerweile schon ähnlich aussieht – mit steigender Tendenz gerade in den letzten Jahren. Eine schöne Aufgabe für die Verbände, denn diese Öffentlichkeitsarbeit sollte auf breiter Front erfolgen, um möglichst viele Verbraucher zu erreichen.

Weiterhin kam in der Umfrage heraus: Je größer der Haushalt, desto größer die Zahlungsbereitschaft hinsichtlich der monatlichen Stromausgaben. Single-Haushalte haben im Schnitt ein maximales Budget von 42 €, Zwei-Personen-Haushalte 59 € und Haushalte mit drei oder mehr Personen sind im Schnitt bereit 69 € für Strom zu bezahlen. Was diese Angaben jedoch für einen Wert haben, erschließt sich uns nicht auf den ersten Blick.

Quelle: ZFK-Newsletter

2. Dezember 2015|Aktuelles|0 Kommentare

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