Kundenmagazin – Auslauf- oder Zukunftsmodell?

Aus dem Briefkasten ungelesen direkt in die Papiertonne – der traurige Weg für viele Kundenmagazine. Da bilden auch die informationsgefüllten, vierfarbig bebilderten Hochglanzmagazine der Stadtwerke keine Ausnahme.

Auslaufmodell
Sind Kundenmagazine out? Wer liest die mit Informationen überladenen, häufig beim Druck schon veralteten Bleiwüsten eigentlich noch? Auch viele Stadtwerke-Magazine kennzeichnet: (zu)viel Text, technische Themen, angestaubtes Layout und keine aktuellen Inhalte – wie auch, wenn nur wenige Ausgaben jährlich erscheinen. Und damit soll Kundenbindung hergestellt werden? Sicher nicht!

Zukunftsmodell
Fakt ist: Neben den Auslaufmodellen gibt es im großen Spektrum der Kundenmagazine auch die Zukunfts-, um nicht zu sagen, die Erfolgsmodelle. Was sie auszeichnet: Spannende Inhalte, knackige Texte, Interaktion mit dem Leser, sexy Layout und nicht zuletzt die Nutzung neuer Kommunikationsformen. Ein gelungenes Beispiel ist das Kundenmagazin „M |DIREKT“ der Stadtwerke München. Dieses gibt es gedruckt auf 100% Recyclingpapier und landet sicher nur selten ungelesen in der Tonne. Zukunftsweisend die PDF-Version zum online Durchblättern.
http://www.swm.de/privatkunden/info/m-direkt.html

Voll im Trend liegt das Kundenmagazin der Bochumer Stadtwerke. Auf „Meine Stadtwerke“ kann man von überall online zugreifen. Es ist auf iPhone, iPad oder Android-Geräten, sowohl für Mac, als auch PC mit vielen zusätzlichen Bildern, Videos und Links abrufbar.
http://meine-stadtwerke-bochum.de/#2013-01/1
Wir finden dieses Kundenmagazin rundum gelungen, zeitgemäß und unterhaltsam. Wobei der Zugriff von überall – aus unserer Sicht – nicht entscheidend ist. Viel wichtiger ist das gelungene Layout und der hohe Unterhaltungswert. In der Rubrik „Nachgefragt – Was treibt Sie an“ plaudert der gebürtige Bochumer Comedian Hans Werner Olm über die Sinnwidrigkeiten des Lebens – sehr amüsant!

Auch das Kundenmagazin der Stadtwerke Esslingen kann man als App bei iTunes downloaden. http://swe.gipsprojekt.de/meine_stadtwerke/2013_01/#/16/
Allerdings sind die Inhalte sehr textlastig und damit suboptimal für die Darstellung auf kleinen mobilen Endgeräten. Ein Bericht über die Weihnachtsbaumaktion in der Ausgabe, die im Juni als App erhältlich ist, spricht nicht gerade für Aktualität. Hier zeigt sich, wenn die Inhalte veraltet sind, hilft auch nicht die Nutzung modernster Darstellungsformen.
Ganz ehrlich – Stadtwerke-Kunden brauchen ihr Kundenmagazin nicht auf mobilen Endgeräten. Was angesagt ist sind spannende und nutzerorientierte Inhalte in attraktiver „Verpackung“ – unabhängig ob auf Papier oder Bildschirm!

21. Juni 2013|Aktuelles|2 Kommentare

2 Comments

  1. Stefan 21. Juni 2013 um 12:35 Uhr - Antworten

    Die SW Bochum sind mit ihrem Online-Kundenmagazin ganz weit vorne. Technik, Design und Inhalt stimmen. Auch die Website passt. Daumen hoch!

  2. Gerd 24. Juni 2013 um 11:48 Uhr - Antworten

    Qualitativ hochwertige Magazine werden auch weiterhin bei den Kunden auf Interesse stoßen. Allerdings kostet das Geld. Und dabei stellt sich die Frage nach der Kosten-Nutzen-Relation. Dann doch lieber frei nach der Gießkanne einen elektronischen Newslettter an einen breiten E-Mail-Verteiler? Allerdings führt auch hier kein Weg an der Qualität vorbei. Gut und intelligent gemacht, dürfte es funktionieren.

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