Ja, Sie haben richtig gelesen: man kann sich tatsächlich Fans für seine Facebook-Seiten kaufen. Wer das macht, denkt wohl „Wer viele Fans hat, ist interessanter“. Frei nach dem Prinzip „Tausend Fliegen können nicht irren“ werden schon einige Fans mehr hängen bleiben. Weit gefehlt – wenn’s auffällt!

Vor einiger Zeit haben wir auf diesem Blog folgenden Artikel veröffentlicht:

Die Facebook Fan Page steckt noch in den Kinderschuhen

Kurz darauf erreichte uns folgender User-Kommentar:

„Besonders interessant ist es, dass die SW Ratingen am 31.03. dieses Jahres durch eine wundersame Fanvermehrung 1.116 neue Fans aus England bekamen.“

Natürlich hat das unser Interesse geweckt. Ohne Spezialkenntnisse haben wir uns umgehend mal die „New likes per week angeguckt.“

In dem Screenshot vom 26.04.2012 sieht man den sprunghaften Anstieg des Parameters. Ein solcher Zuwachs ist nur mittels einer überregionalen teuren Promotionaktion zu erreichen – für Stadtwerke aber extrem unwahrscheinlich.

Oder haben wir einfach übersehen, dass die Ratinger Stadtwerke in New York geworben haben oder dort Strom vertreiben? Schließlich kamen die meisten Fans bei diesem plötzlichen Anstieg nämlich aus der US-Metropole. Das riecht verdächtig nach gekauften „likes“.

Wir gehen also ziemlich sicher davon aus, dass die Stadtwerke sich ihre Fans gekauft haben. Deshalb haben wir am 10.05.2012 in einer E-Mail die Stadtwerke Ratingen um Stellungnahme gebeten. Bis heute haben wir allerdings keine Antwort erhalten.

Also halten wir fest: Die Stadtwerke Ratingen haben zwar viele Fans in den USA, kommunizieren aber auf Deutsch, damit die Fans sie nicht verstehen. Die Fans sind – wie nicht anders zu erwarten – natürlich auch nicht auf der Seite aktiv.

Bleibt der Schluss: Die Stadtwerke Ratingen haben wohl unnötig Geld für „Fans“ ausgegeben und an Glaubwürdigkeit verloren. Im transparenten Social-Net wird so ein Verhalten sicher nicht für positive Resonanz sorgen.