Gewinnspiele bei Facebook und wie man es nicht macht

Gewinnspiele erfreuen Kunden und verbreiten die Werbebotschaft. Daher werden sie natürlich auch von Stadtwerken als beliebtes Kommunikationsmittel eingesetzt. Ganz besonders geeignet zur schnellen Verbreitung von Gewinnspielen sind soziale Netzwerke wie Facebook. Wir schauen uns das folgende Beispiel einmal genauer an:

Die EnBW verlost auf Facebook fünf „Best Choice“ Gutscheine zu jeweils 100 Euro. Um an der Verlosung teilzunehmen, muss man als User lediglich einen Post auf der Fan-Page Pinnwand der EnBW hinterlassen:

Prima, da machen wir doch gerne mit. Einfach den Satz ergänzen und hoffentlich gewinnen. Die Auflösung folgt wenige Tage später ebenfalls auf der Pinnwand bei Facebook:

Sie finden die Idee der EnBW gut? Sie wollen diese Art von Gewinnspiel demnächst auch auf Facebook durchführen?

Besser nicht! Denn Facebook schreibt bestimmte Regeln im Zusammenhang mit Gewinnspielen auf Facebook vor. Diese Bestimmungen untersagen die Nutzung der Pinnwand für derartige Aktionen. Ein kleiner Auszug aus den Bestimmungen:

  • Gewinnspiele müssen in Apps/Tabs stattfinden. Die Pinnwand ist tabu.
  • Facebook-Funktionalitäten dürfen nicht zur Teilnahme an Gewinnspielen genutzt werden. Beispiel: einfach auf „gefällt mir“ klicken darf nicht alles sein, was die User tun müssen, um an einem Gewinnspiel oder einer Verlosung teilzunehmen.
  • Die Gewinner dürfen nicht über Facebook-Funktionen informiert werden, d.h. kein Chat, keine Nachricht und auch hier ist die Pinnwand natürlich tabu.

Da müssen sich Fan-Page-Betreiber ein bisschen mehr Mühe geben. Hätte das Gewinnspiel in einer eigenen Anwendung stattgefunden, wären Ihnen wohl auch die bösen Kommentare zum Post erspart geblieben.

Aber die EnBW-Verantwortlichen haben gelernt und es dieses Mal besser gemacht, viel besser:

Folgendes wurde in diesem Beispiel verbessert:

  • Das Gewinnspiel findet in einer eigenen Anwendung statt, nicht einfach auf der Pinnwand der Facebook Fan-Page
  • Es wird genau erklärt, was mit den Nutzerdaten passiert
  • Die Teilnahmebedingungen und Datenschutzerklärung sind vorhanden und leicht zu finden
  • Durch das Einladen von Freunden wird der virale Effekt verstärkt

Schön zu sehen, dass auch die Energieversorger auf Facebook Fortschritte machen! Es gibt noch mehr Gewinnspiele und Verlosungen in den Reihen der Stadtwerke und Energieversorgern.

Unser nächstes Beispiel zeigt die Facebook Fan-Page der Stadtwerke Borken:

Die Stadtwerke Borken machen es sich ganz leicht: „Als Fan nehmt ihr automatisch an unserem

[..] Gewinnspiel teil…“. Wie bitte? Es ist also möglich an einem Gewinnspiel teilzunehmen, ohne dass die User davon wissen? Die Aktion ist „lieb gemeint“, nur so funktioniert es leider nicht im sozialen Netz.

Wir schauen uns noch etwas auf Facebook um und werden bei den Stadtwerken Münster schnell fündig. Dort finden wir folgenden Post auf der Pinnwand:

So nutzt  man als Fan-Page Betreiber die Pinnwand richtig für ein Gewinnspiel! Hier wird nicht das Gewinnspiel selbst auf der Pinnwand durchgeführt, sondern auf den Tab/die App mit dem Gewinnspiel verwiesen. Diesen Post können die geneigten Facebook-Freunde jetzt natürlich gerne mit ihrem Netzwerk teilen, um Freunde auf die Aktion aufmerksam zu machen. Die eigentliche Verlosung findet dann in einem eigenen Tab bzw. einer App statt:

Schnell und einfach ist so die Teilnahme am Tippspiel der Stadtwerke Münster erledigt.

Am Beispiel der Stadtwerke Münster ist zu erkennen, dass es gar nicht so schwer ist, gute Gewinnspiele in sozialen Netzwerken zu machen. Wichtig ist, sich die Bedingungen der jeweiligen Plattform gut anzusehen und die Mechaniken, die sie bietet, angemessen zu nutzen. Lieblos gemachte Promotion-Aktionen werden „likelos“ aufgenommen und führen im schlimmsten Fall sogar zu Facebook-Verbot. Wer seine Fans zu offensichtlich ködern will, wird ebenfalls auf wenig Gegenliebe stoßen. Wer aber – wie die EnBW – eine schöne kleine Kampagne viral verbreiten will, und dazu noch ein schön gemachtes Gewinnspiel als Multiplikator einsetzt, wird jede Menge Fans und damit eventuell auch spätere Kunden gewinnen.

21. März 2012|Aktuelles|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Moritz 4. Juni 2012 um 16:24 Uhr - Antworten

    Letztendlich ist es doch völlig egal, ob Facebook das in seinen AGB ausdrücklich untersagt. So lange sie nichts aktiv dagegen unternehmen, wird jedes Unternehmen weiter Gewinnspiele und Aktionen veranstalten, in denen es schon reicht, ein sinnloses „gefällt mir“ zu setzen oder einfach nur Freund zu werden. Schließlich verdient Facebook ja auch da mittels der Werbeeinblendungen und damit verbundener -einnahmen …

Hinterlassen Sie einen Kommentar