Den Verantwortlichen des VKU und den beteiligten Kongress- und Eventspezialisten gebührt ein Glückwunsch für die gestrige Premiere in der deutschen Stadtwerkekongress-Landschaft. Die erste volldigitale Veranstaltung in der langjährigen Reihe des Branchentreffs ist mit Erfolg und verdienten Preisträgern des diesjährigen Stadtwerke-Awards zu Ende gegangen.

Man hatte sich entschieden, das Treffen unter dem Motto „Nächster Halt: 100% digital“ direkt im VKU-Forum in Berlin mit Blick auf das Bundeswirtschaftsministerium stattfinden zu lassen und wurde mit einem Herbsttag belohnt, der Teile der Veranstaltung sogar im Freien möglich machte.

Klare Struktur, professionelle Realisierung und Unzulänglichkeiten bei der technischen Übertragung der Teilnehmer

Schade, dass eine sehr professionelle Vorbereitung und Umsetzung sowie die Teilnahme engagierter Gesprächspartner und ReferentInnen bei diesem, ausschließlich online zu verfolgenden, Event teilweise mal wieder unter der mangelnden Netzqualität in einigen Teilen der Republik leiden mussten. Da zeigte sich, dass die vielbeschworene Digitalisierung in Deutschland immer noch nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt hat. Dies machte sich unter anderem darin bemerkbar, dass einige Teilnehmende, ReferentInnen und zu Ehrende nur gebrochen zu verstehen waren und die Bildqualität von Zeit zu Zeit eher unterdurchschnittlich war. Dies gilt ausdrücklich nicht für die Übertragungstechnik vor Ort und alles, was aus Berlin zugespielt wurde.

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung

Bedauerlich ist, dass sich – jedenfalls in manchen der abwechslungsreichen und zeitlich nicht zu langen Sessions zu diversen Spezialthemen – nur recht wenig Teilnehmende zu einer persönlichen Äußerung oder Fragestellung durchringen konnten. Da wünscht man sich für die Zukunft mehr Mut, denn gerade das digitale Format profitiert von einer lebhaften Diskussion und Fragen aus dem Auditorium.

Stichwort Diskussion: In der Runde mit Herrn Scheuer hätte man sich als zuschauender Mensch etwas mehr Forderungen in die politische Richtung gewünscht. Hierfür schien die scheinbare Nähe zwischen dem Hauptgeschäftsführer des VKU, Ingbert Liebing und dem Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (ich nahm ein Duzen von Herr Liebing durch den Minister wahr) eher hinderlich zu sein. Das tat dem Gesamtergebnis der Veranstaltung jedoch keinen Abbruch und wir wollen an dieser Stelle unterstreichen, dass dieses Event mehr Teilnehmende verdient hätte.

Natürlich ist ein persönliches Zusammentreffen aller Beteiligten zu einem Stadtwerkekongress und eine Abendveranstaltung mehr als wünschenswert. Der diesjährige VKU-Stadtwerkekongress zeigte jedoch, dass zumindest die inhaltlichen Ansprüche mit einer professionellen Umsetzung eines engagierten Teams gewährleistet werden können. Für den persönlichen Aspekt freuen sich die Teilnehmenden sicherlich auf 2021, wenn der VKU in Dortmund zum Branchenmeeting einlädt.

(MW)

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