Elektrisiert durch Köln: Der Citroën C-Zero

Nachdem die Redakteure des Energieverdichters im September bereits den „Leaf“ von Nissan testen durften, lassen wir heute mal unseren „Manufaktur-Nachwuchs“ ans Steuer. Eine Kollegin und ein Kollege, beide Mitte 20, testen intensiv den Citroën C-Zero.

Mit einer ausgewiesenen Reichweite von 150 Kilometern und einer Beschleunigung von 0 auf 100 in 15,9 Sekunden klingen die Eckdaten nach solidem E-Fahrspaß.

Erster Eindruck

Beim Einstieg ins Fahrzeug wird ihnen schnell klar: Es handelt sich um einen waschechten Kleinwagen. Der Innenraum bieteTestt ausreichend Platz für 4 Personen, wirkt auf den ersten Blick allerdings hinsichtlich der Gepäcksituation etwas eingeschränkt. Und für den ungeübten E-Fahrzeugnutzer machen es die Armaturen sehr deutlich: Sie sitzen in einem Fahrzeug, in welchem es wichtig ist, möglichst viel Gewicht einzusparen.

Beim Starten des Fahrzeugs fällt beiden vor allem eines auf: wohltuende Stille. Die kaum wahrnehmbaren Geräusche des C-Zero sind auch für E-Mobilität-Fans wie das Team des Energieverdichters immer wieder beeindruckend.

Straßentest

Unsere Testfahrt beginnt im Kölner Stadtverkehr und umgehend zeigt sich die Wendigkeit des C-Zero. Zügiges Anfahren und schnelle Beschleunigung erzeugen Fahrspaß und machen Lust auf weitere Tests. Die Bremsen reagieren straff, was sich für beide TesterInnen zu Beginn etwas ungewöhnlich anfühlt. Hier darf man aber nicht vergessen, dass dies auch bei unterschiedlichen Benzinern häufig der Fall ist.

Sehr auffällig ist die veränderte Fahrweise, die sich schon nach wenigen Minuten einstellt: Beide fahren besonders vorsichtig an Fahrradfahrern und Fußgängern vorbei, die ein E-Fahrzeug wegen des geringen Lautstärkepegels, schnell überhören können. Auch beim Verlassen der Stadt macht sich bemerkbar, dass ein Elektroauto anders gefahren werden muss als ein Benziner. Um möglichst energiesparend unterwegs zu sein, beobachten sie schon frühzeitig den Ampelverkehr und lassen das Auto auf rote Ampeln zurollen, statt wie sonst erst kurz davor zu bremsen. Diese Fahrweise verbessert die Rekuperation, also die Energierückgewinnung während des Abbremsvorgangs, denn gerade bei niedrigen Drehzahlen wirkt diese Form der Energiegewinnung am besten.

Außerhalb der Stadt stellt die Testfahrerin dann fest: Der Antrieb ist zwar gut, allerdings darf man nicht vergessen, dass es sich um einen Kleinwagen handelt, d.h. die Antriebspower lässt mit steigender Geschwindigkeit spürbar nach. Deshalb fährt sie dann auch mit eher gemäßigter Geschwindigkeit über die Landstraße.

Die angezeigte Reichweite schmilzt relativ schnell dahin, was an diesem Wintertag auch auf die notwendigerweise eingeschaltete Heizung zurückzuführen ist. Und wenn dies auch keine ultralange Tour werden soll, ist der zweifelnde Gedanke im Hinterkopf, ob sie es wohl wieder zurück schaffen. Im Gespräch geben beide zu, dass man aber auch bei einem neuen kraftstoffbetriebenen Fahrzeug zu Anfang nie weiß, wie weit man mit einer Tankfüllung wirklich kommt. Hier zeigt sich, dass Erfahrung nur schwer mit rein faktischem Wissen wettzumachen ist.

Fazit

Zurück in der Garage angekommen, wird der C-Zero an die Steckdose gehängt und beide sind begeistert, wie klein die Ladevorrichtung ist. Das Ladekabel ähnelt dem eines Laptops und ist tatsächlich nur unwesentlich größer.

Fazit der beiden Erstnutzer eines E-Mobiles: Das Fahrzeug überzeugt hinsichtlich seiner einfachen Lademöglichkeit und der Wendigkeit. Das Design des Innenraums ist eher zweckdienlich und durch die Kunststoffverarbeitung besonders leicht.

Das Fahren macht Spaß und für den Stadtverkehr ist der C-Zero mehr als gut geeignet. Kleines Problem: Die Reichweite von wahrscheinlich weniger als den angegebenen 150 Kilometern im Winter schränkt ein und erfordert ein Umgewöhnen. Hier hoffen beide auf die kommenden Batterieentwicklungen in den nächsten Jahren.

Und bei der Gesamtbewertung nicht zu vergessen: Bei dem hier vorgestellten Citroën C-Zero handelt es sich um die Einstiegsklasse in die Elektromobilität. Der getestete Wagen liegt aktuell bei einem Kaufpreis von ca. EUR 19.800. Zieht man davon die aktuelle Förderung von EUR 4.000 und die von einigen Versorgungsunternehmen angebotenen individuellen Förderungen ab, bekommt der Kunde einen soliden Kleinwagen mit innovativer Technologie zu einem sehr vernünftigen Gesamtpreis. Rechnet man dann noch die Steuervergünstigung und den aktuell recht günstigen „Verbrauch“ – derzeit kann man an den meisten öffentlichen Ladestellen auch kostenfrei „tanken“ – ist dies ein sehr passables Angebot. Wir finden „Daumen hoch“.

14. Dezember 2016|Aktuelles|0 Kommentare

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