e-world 2016: Viel Bekanntes und eine gute Idee

Es war mal wieder soweit – die e-world in Essen ruft und alle sind da. Ein Branchentreff par excellence für ein übersichtliches Marktsegment wie die Energiebranche und deshalb auch besonders wichtig. Zum Sehen, Neues finden und gesehen werden.

Der Rundgang unseres Redaktionsteams war aus der Kommunikationsperspektive betrachtet eher nüchtern. Die üblichen Verdächtigen wie Trianel, Wingas, Gelsenwasser, RheinEnergie, Entega u. v. a. glänzten mit durchdachter Standgestaltung, stärker ausgeprägtem Medieneinsatz als in den vergangenen Jahren und umfassender Versorgung ihrer Gäste. Diese ging in Teilen soweit, dass man als außenstehender Beobachter zweifelte, ob all die Verköstigten jemals Kontakt mit einem Mitarbeiter haben würden. Kleine Tests u.a. am Trianel Messestand zeigten, dass eine Kontaktanbahnung trotz längerem Aufenthalt am Stand und dem offensichtlichen Durchsehen von Informationsmaterial nicht zustande kam. Eventuell sollte man das Vertriebsteam vor Ort – wie auch die anwesenden Hostessen – etwas besser auf die Messeziele vorbereiten. Aber für das positive Image ist reine Gastfreundschaft ja ein gern genutzter Weg und den Verantwortlichen ist das Wohl des (potentiellen) Kunden in der Energiebranche einiges wert. Auch ohne aufgezwungenes Vertriebsgespräch. Das macht Spaß.

Weniger Spaß macht dem kommunikativ geschulten Auge die Diskrepanz im professionellen Auftritt vieler mittlerer und kleinerer Marktbegleiter. Da stimmen Anspruch und Wirklichkeit häufig nicht überein, wenn man von Innovation spricht und auf großflächigen 16:9-Monitoren Videos im 4:3-Format des letzten Jahrzehnts vorstellt. Oder wenn qualitativ hochwertige Produkte auf Ständen präsentiert werden, die recht lieblos und wenig corporate-gerecht gestaltet werden. Wir sind überzeugt, auch dem technik-liebenden Ingenieur-Auge schmeicheln passende Farbgestaltungen und angenehme Gesprächsbereiche, die sich wohlwollend von Wartehallen abheben. Leider ist diese Atmosphäre an einigen Stellen immer noch zu beobachten.

Positiv ins Auge fiel uns die von drei Studenten vorgestellte Idee eines LED-Shirts, das dem interessierten Betrachter Anlass gibt, mal wieder über attraktive und pressewirksame Guerilla-Maßnahmen nachzudenken. Das Unternehmen Calumia platziert LEDs auf oder unter Shirts und bietet via App die Möglichkeit Produktbotschaften und News zu veröffentlichen, les- und erkennbar auch am hellen Tag. Befragt nach dem Kontakterfolg auf der Messe, die ja sogar einen speziellen Startup-Stand eingerichtet hatte, antwortete Nikolaj Meß, einer der Mitinhaber: „Neben der großen Aufmerksamkeit mittels Blickkontakten hatten wir viele konkrete Gespräche, die zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und man echtes Interesse hat, über einen Einsatz unserer kommunikativen Shirt-Idee nachzudenken.“ Weitere Informationen zum Unternehmen finden sich hier. Wir sind gespannt, wann das erste Unternehmen damit arbeitet.

Bild: Calumia

 

19. Februar 2016|Aktuelles|0 Kommentare

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