Digitalisierung – wie man sie auch für Werbezwecke gut nutzen kann

Ein Schlagwort beschäftigt die (mittelständische) deutsche Wirtschaft und Industrie genauso wie die Energiebranche: Digitalisierung. Informations- und Fachveranstaltungen hier, Workshops und Webinare dort. Auf Top-, Führungs- und Sachgebietsebene. Wer viele dieser Veranstaltungen besucht, stellt feine Unterschiede fest. Und zahlt teilweise fette Eintrittsgelder, für nicht immer sehr viel Gegenwert.

Gerade zu Ende gegangen ist die Veranstaltungsreihe DigitalX mit sechs Veranstaltungen in allen Regionen der Bundesrepublik und einem großen Finalevent in Köln, der Digital 2018. Nach Angaben der Veranstalter kamen bereits am ersten Tag 4.000 Teilnehmer in die Kölner Messehalle 8, um sich von Beiträgen auf vier verschiedenen Bühnen und vielen Ausstellungständen informieren zu lassen.

Nicht zu übersehen, dass es sich bei diesem kombinierten Kongress- und Messe-Event mit Unterhaltungsanteilen um eine geschickt platzierte Werbeveranstaltung der Telekom handelte, die sich selbst als „Initiator“ platzierte und das aktuelle Digitalisierungsfieber geschickt für sich zu nutzen weiß. Gemeinsam mit (von ihr geförderten) Start-ups und etablierten Unternehmen wie z. B. SAP, Samsung, Huawei, Konica Minolta sowie mit medialer Unterstützung der Zeitschrift WirtschaftsWoche wurde ein beeindruckendes Event auf die Beine gestellt, dass den Besuchern bis zu 499 € für zwei Tage wert war.

Neben beindruckenden Beiträgen von Vordenkern in der künstlichen Intelligenz wie Chris Boos, der mit seiner Firma Arago und der KI-Plattform Hiro Maßstäbe setzt, standen eher effektorientierte Beiträge wie der von Prof. Dr. Miriam Meckel zur Frage, wie wir unser Denken ans Internet anschließen oder ein Auftritt des Apple-Gründers Steve Wozniak, vom dem man ein wenig mehr erwartet hätte, als einen Einblick in seinen Anteil an dem Gründungsvorankommen der kalifornischen Vorzeigemarke. Gerade diese Information war sicherlich interessanter für Neugründer und Start-ups als für gestandene Unternehmer in „der Endphase der Industrialisierung“ wie Chris Boos die aktuelle Phase beschrieb.

Viel Information und ein leichtes Geschmäckle

Sei es wie es sei, wer wollte konnte viel mitnehmen aus den beiden Tagen in Köln, vor allem auch aus den Ideen der Nominierten und Gewinner des Digital Champions Award, die aufzeigten, wie weit man sein kann, wenn man die Chancen der Digitalisierung stringent und mutig verfolgt. Ihnen allen gebührt ein herzlicher Glückwunsch für visionären Geist gepaart mit unternehmerischem Handeln.

Ein leichtes Geschmäckle hatte für viele Teilnehmer die Preisvergabe in der Kategorie „Digitalisierungsmacher 2018“ des Digital Champion Awards: Die Auszeichnung ging an den FC Bayern München und seinen per Live-Schaltung zugeschalteten Präsidenten Karl-Heinz Rummenigge. Ein Schelm, wer böses dabei denkt, dass der Sieger dieses Jury-Preises ausgerechnet ein Sportunternehmen ist, dessen Mitarbeiter das Logo des „Initiators“ dieser Veranstaltungsreihe auf der telegenen Brust tragen müssen.

Wir wollen das Event aber nicht in Bausch und Bogen verdammen, denn Veranstaltungen dieser Art und vor allem mit dieser Wirkung auf die Teilnehmer würden auch der Energiebranche gut zu Gesicht stehen. Denn sie können helfen, die manchmal noch recht verschlafenen Augen der Unternehmensentscheider für die positiven Seiten der Digitalisierung zu öffnen und ihnen ein wenig von dem visionären Optimismus vermitteln, den gerade die vorgestellten Beispiele und manche ausstellenden Betriebe transportierten, die heute bereits tief in die digitale Zukunft eingedrungen sind. Wenn dann noch ein musikalisches Schmankerl wie der Auftritt der US-amerikanischen Hip-Hopper Black eyed Peas in eine Veranstaltung integriert wird, kann auch das Thema Digitalisierung eine Messehalle rocken.

 

 

9. November 2018|Aktuelles|0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar