Daumen runter für Kindergiewende

Nachhaltigkeit, Energiesparen, Umwelt- und Klimaschutz: Begriffe von großer Bedeutung, positiv besetzt und gerne genommen, um damit zu werben. Das dachte sich auch Tchibo und fügt diesem schwergewichtigen Bedeutungs-Mix noch die Komponente Kinder hinzu. Einmal kräftig geschüttelt und fertig ist die „Kindergiewende“.

Es versteht sich von selbst, dass das Projekt auf der Homepage vorgestellt wird. Selbstverständlich werden hier auch soziale Medien eingesetzt und eine eigene Facebook-Seite eingerichtet. Doch mit den Reaktionen der Facebook User dürfte das Unternehmen nicht gerechnet haben. Die Kampagne kommt nicht gut an.

Darum geht es: Tchibo Energie und die Hamburger S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung rufen die Kindergiewende aus. Mit einer Spendenaktion soll dazu beigetragen werden, dass sich Kinder auf spielerische Art und Weise mit Zukunftsthemen, wie Energie und Klimaschutz auseinandersetzen können. Je Neukunde von Tchibo Energie gehen 10 Euro an die Umweltstiftung für Bildungsprojekte in Kitas: Link zur Kampagne
Doch mangelt es in der öffentlichen Wahrnehmung an Glaubwürdigkeit. In der Außenwirkung kommt an, dass mit der „Nachhaltigkeits-Masche“ ein Stromprodukt verkauft werden soll.

Nahezu alle Facebook Kommentare sind negativ. Wie beispielsweise dieser: „Super, genau das was ich mir wünsche. Gehirnwäsche schon bei den Kleinen. Und wenn der Zwerg der Mutti dann erklärt hat, wo und wie sie Strom zu sparen hat, darf dann auch ruhigen Gewissens in Bangladesh produzierte Kinderkleidung tragen. Ein Kaffeeröster hat sicherlich in ganz anderen Bereichen seine Hausaufgaben zu machen als in der Umerziehung unserer Kinder. Oder habt ihr angesichts der Produktionsbedingungen eurer Produkte im Food- und Non-Food-Bereich ein reines Gewissen?“ Facebook-Seite der Kampagne

Schön verpackt ist das Projekt in der Tat: Die Website ist gut strukturiert im zeitgemäßen Layout.

Kindergiewende_Tchibo

Doch in diesem Fall scheint die Verpackung allein es nicht zu machen. Marketingaussagen zu Nachhaltigkeit, Energiesparen, Umwelt- und Klimaschutz müssen auch Substanz haben und sollten nachweislich gelebt werden, bevor sie zum USP einer Marketingkampagne werden.

6. Juni 2014|Aktuelles|0 Kommentare

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