Alle im Online-Marketing tätigen Personen kennen das Problem: Die Datenschutzgrundverordnung fordert klar und unmissverständlich, dass die User jegliche Cookies, die nicht technisch notwendig sind, vor dem Einsatz durch die Website-Betreiber freigeben müssen. So weit so gut, niemand will das anzweifeln.

Trotzdem kommt es immer mal wieder zu Situationen, in denen sensible Webmanagende feststellen, dass programmseitig bereits vor dem Erscheinen des Cookie-Consent-Banners ein Cookie gesetzt wird. Dies könnte dazu führen, das findige Rechtsanwälte und -anwältinnen es abmahnen und somit Kosten für die Website-Anbietenden entstehen. Das will niemand haben. Wie soll man jedoch in einem solchen Fall verfahren? Wer gibt hier eine konkrete Handlungsempfehlung?

Das wird wahrscheinlich niemand tun, so lange es keine rechtsverbindlichen Urteile gibt und trotzdem möchten die Verantwortlichen handeln, um die grundsätzliche Abmahngefahr zu mindern.

Diskussionsvorlage

Eine praxistaugliche Möglichkeit möchte ich an dieser Stelle gerne zur Diskussion stellen: Was spricht dagegen, wenn alle am Prozess beteiligten Menschen im gemeinsamen Gespräch klären, dass dieses betreffende Cookie als “technisch notwendig“ einzustufen ist und diese Einordnung dann auch gesetzeskonform im Cookie-Manager veröffentlichen?

Wäre damit nicht zumindest für die am Prozess Beteiligten, also Website-Verantwortliche, Online-Agentur und Software-Anbieter ein Konsens gefunden, den diese Gruppe im Zweifel auch bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung gemeinsam vertreten kann? Natürlich ist allen Beteiligten bekannt, dass dieses Verhalten nicht unbedingt vor einer etwaigen Strafe schützen mag. Es stärkt jedoch sicherlich die rechtliche Position gegenüber einer ausschließlich am schnellen Profit interessierten Abmahnwirtschaft, die ja auch gerne in einer Phase aktiv wird, in der noch keine endgültigen Urteile vorliegen.

Uns würde Ihre Meinung dazu interessieren! Schreiben Sie also gerne einen Kommentar, wie Sie die Situation einschätzen und / oder mit welchen Lösungen Sie bereits Erfahrungen gemacht haben.

(MW)

 

 

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