Content Marketing: Im B2B immer auf Augenhöhe?

Dass Content Marketing weitergehend die Aufgaben des Corporate Publishing übernimmt, ist unter Fachleuten kein Geheimnis mehr. Allerdings gilt das nicht ganz uneingeschränkt für das B2B-Marketing. Hier spieltdas Content Marketing noch nicht die große Geige und hier fällt es vielen Unternehmen nicht leicht, mit den (potentiellen) Kunden einen Dialog auf Augenhöhe zu führen.

Woran liegt das?

Zum einen wird leicht unterschätzt, welches Know-how in der jeweiligen Branche notwendig ist, um als Fachmensch in einem Produktsegment oder einer Branche wahrgenommen zu werden. Das kann der Autor dieses Artikels auch aus eigener Erfahrung nur unterstreichen. Man muss sich im Orchester des Marktes seinen Platz erarbeiten.

Die Kunden, die, anders als im B2C-Segment, so gut wie immer Experten ihres Fachs sind, erwarten einen Kontakt auf Augenhöhe – und das mehr und mehr von jetzt auf gleich, oder wie es neudeutsch heißt: in Echtzeit. Eine kurzfristige, unvorbereitete Dialogaufnahme ist fast immer zum Scheitern verurteilt. Das bedeutet, die für das Content Marketing eingesetzten KollegInnen sollten mit den Bedürfnissen und Vorlieben Ihrer Kunden  vertraut sein. Doch die Personalsituation stellt sich in diesem Segment oft mehr als dürftig dar: Der Bedarf an B2B-Fachleuten ist vielfach höher, als die Zahl der am Arbeitsmarkt bereitstehenden potentiellen MitarbeiterInnen. Es fragt sich also, gibt es fachkompetente Partner, die, ähnlich der Kundenzeitschriften für den B2C-Markt, spezielle Inhalte aufbereiten und kommunizieren können, wenn eigenes Personal nicht gefunden werden kann? Da ist eine intensive Suche nötig.

Aber: Content Marketing ist viel mehr, als Inhalte produzieren und selbige veröffentlichen. Was muss beachtet werden?

Untersuchungen zeigen, knapp die Hälfte der zukünftigen Budgets im Content Marketing muss mittelfristig in die Bereiche Technologie und strategische Entwicklung sowie die Analyse und Evaluation fließen. In vielen dieser Segmente haben sowohl Unternehmen als auch Dienstleister noch Nachholbedarf. Und es gilt: Nur, wer über die Situation beim Kunden, sein spezifisches Verhalten sowohl im Einkauf wie auch in der Kommunikation, bestens informiert ist, kann im richtigen Moment die passenden Inhalte liefern. Und damit in einen Dialog eintreten, der die Chance eröffnet, beim potentiellen Käufer im „relevant set“ bei der Entscheidung für ein Produkt oder eine Dienstleistung zu landen.

Es ist noch mehr möglich!

Und: Content Marketing kann mehr. Image und Markenbekanntheit sind Features die gesteigert werden können. Die Unternehmenspositionierung lässt sich auf diesem Kanal schärfen und immer wieder formulieren. Die Beachtung innerhalb einer Branche gewinnt, wenn auch nicht von heute auf morgen, und öffnet neue Türen zu den Entscheidern in den Unternehmen, die bedingt durch den demographischen Wandel immer offener werden für Werbung außerhalb der ausgewaschenen Pfade.

Die klassische Werbung wirkt nur noch im Wechsel mit einem nachhaltigen Spiel auf der gesamten Klaviatur des Content Marketings. Die klare, einfache Werbebotschaft muss heute kombiniert werden mit einer optimalen Nutzung der Social Media – Kanäle. Denn die Kommunikation hat sich tiefgehend gewandelt. Und Unternehmen tun gut dran, nach diesen neuen Regeln der Social Media-Ära zu spielen. Hier ist Content Marketing gefordert.

Und das Corporate Publishing?

Content Marketing umfasst heute das gesamte Paket des Corporate Publishing. Auch Kundenmagazine, Corporate Books und Geschäftsberichte müssen heute als wichtige Content-Marketing-Kanäle verstanden und auch so in der Kommunikation berücksichtigt werden.

 

 

28. April 2016|Aktuelles|0 Kommentare

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