Analyse: So schlagen sich die Energieversorger im Web

Das Fachmagazin Werben & Verkaufen hat zusammen mit dem Munich Digital Institute untersucht, was deutsche Internetnutzer zu Energiethemen bewegt, was wo gesucht oder diskutiert wird. Dabei kommen teilweise überraschende Ergebnisse zu Tage, die auch und vor allem für regional ausgerichtete Stadtwerke wertvolle Fakten liefern.

So stellt sich u. a. heraus, dass bei der Suche im Netz zum Themenbereich Erneuerbare Energien insbesondere die Big Player der Energiebranche ins Auge fallen. RWE führt die Sichtbarkeit deutlich an, erst mit weitem Anstand folgt E.ON. Begründet wird dies in der Studie mit der Präsenz in der organischen Google-Suche sowie mit den bezahlten Google-Anzeigen der großen Versorger.

Weiter wurde recherchiert, welche Themen die Nutzer der sozialen Medien interessieren, wenn es um die Erneuerbaren Energien geht, denn diese sind in der Social-Media-Kommunikation mehr als doppelt so relevant wie jedes andere Thema. Dabei wurde deutlich, dass Strom und Windenergie die Skala deutlich anführen.

Die technologische Entwicklung innerhalb der Energiebranche und die Digitalisierung in der Kommunikation haben eine weitere Konsequenz: Service gewinnt an Relevanz. Direkte Service-Anfragen sind nach den Erneuerbaren Energien und Smarthome das drittwichtigste Thema für Social-Web-Nutzer. Es werden konkret Suchbegriffe zu Stromausfällen, Rechnungen oder Preiserhöhungen für die breite Masse eingegeben.

Durchaus überraschend: das wichtigste Such-Thema der Nutzer – das Schlagwort Heizung – wird von den Energieversorgern meist nicht besetzt, obwohl es in die Suchmaschinen mit Abstand am häufigsten eingegeben wird. Hier besteht Nachholbedarf für die Unternehmen der Energiebranche.

Stadtwerke und regional ausgerichtete Versorger sollten der Studie eine deutliche Ausrichtung entnehmen. Mit Erneuerbare-Energie- oder Smart-Home-Themen können sie bei den Verbrauchern nicht landen. Ihre Stärken liegen im Support ihres regionalen Komforts: Stadtwerke sind innerhalb ihres Kerngebietes in beinahe allen untersuchten Clustern deutlich besser sichtbar als überregionale Anbieter in deren Kerngebieten, heißt es dazu in der Zusammenfassung zur Studie.

Ihre Kommunikation muss deshalb im Dreieck von Komfort, Regionalität und Umweltfreundlichkeit ihren Schwerpunkt finden. Beispielsweise erreichen die Stadtwerke München für das Kerngebiet Bayern eine wesentlich höhere Sichtbarkeit als RWE im Kerngebiet Nordrhein-Westfalen. Wenn alternative Technologien beworben werden, so müsste dies also in erster Linie im regionalen Kontext geschehen.

Die komplette Studie wird als kostenpflichtige Webversion oder Download hier bereitgestellt.

13. Mai 2015|Aktuelles|0 Kommentare

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